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Pflege

Die Absicherung der Pflege wird zu einem immer größeren Problem. Denn die Kosten steigen immer weiter.

Entgegen der Ansicht in breiten Bevölkerungszweigen stellt die gesetzliche Pflegeversicherung nur eine Teilkaskoversicherung dar. Neben den Leistungen der Pflegeversicherung sind daher die Altersabsicherungen von erheblicher Bedeutung d.h. die gesetzliche und private Absicherung (gesetzliche Rentenversicherung, freiberufliche Versorgungswerke, Riester- und Rührup-Rente, Lebensversicherungen etc.).

Oft reichen diese Absicherung nicht aus, die Heim- und Pflegekosten zu finanzieren. Im nachfolgenden wird auf einige Probleme hingewiesen, die anhand von kurzen Fallbeispielen dargestellt werden:

1.) Ein ehemaliger Selbständiger, der nur über eine geringe Rentenabsicherung verfügt, verkauft seine Immobilie. Mit seiner Ehefrau lebt der Patriarch sin einer Mietwohnung, bis er pflegebedürftig wird. Aufgrund des Pflegeaufwandes und dem Gesundheitszustandes der Ehefrau muss er in ein Pflegeheim eingeliefert werden. Nach Verbrauch des Restgeldes wird Sozialhilfe beantragt. Das Sozialamt bezweifelt das Restvermögen und zahlt nicht. Zivilrechtlich geht die Einrichtung gegen den Pflegebedürftigen vor und erhebt eine Räumungsklage. Das Sozialamt unterstellt nach wie vor etwaig vorhandenes Vermögen und es kommt zur Räumung bzw. zum Abschieben zur völlig überforderten Ehefrau.

2.) Die pflegebedürftige Mutter muss in ein Heim. Es besteht eine Deckungslücke von 500,00 EUR. Es sind zwei Kinder vorhanden, die im Rahmen einer sogenannten Rechtswahrungsanzeige von dem Sozialamt angeschrieben werden. Kurz darauf erhalten die Kinder Anschreiben vom Sozialamt, wo sie über ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse Auskunft geben sollen. Auch der Ehepartner soll Angaben machen. Die Kinder und Angehörigen zahlen auf Anforderung des Sozialamtes, ohne eine vorherige rechtliche Prüfung.

Eine detaillierte Antwort zu den Problemfällen kann in dem kurzen Artikel nicht gegeben werden. Aber leider machen sich viele Mitbürger umfangreiche Gedanken über ihren Jahresurlaub, jedoch keine Gedanken über ihre Pflege. Die Angehörigen sind die Opfer dieser kurzfristigen Denkweise und sind überfordert. In einigen Fällen ist Täter und Opfer der Pflegebedürftige.

Rechtsanwalt Stefan Weber